Integration

Die wichtigste Voraussetzung für die Integration ist die Sprache. Wer dauerhaft in Deutschland lebt und nicht ausreichend Deutsch spricht, muss daher einen sogenannten Integrationskurs besuchen. Das gilt auch für Asylberechtigte und Bürgerkriegsflüchtlinge. Ein Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs (600 Stunden) und einem Orientierungskurs (60 Stunden). Im Orientierungskurs geht es um die deutsche Rechtsordnung, Geschichte, Kultur und Gesellschaft. Beide Kursteile enden mit einem Test.

Künftig soll es in den Integrationskursen noch stärker um Wertevermittlung gehen. Dieser Anteil des Kurses wird von 60 auf 100 Stunden erhöht.

Während das Asylverfahren noch läuft, können Asylbewerber freiwillig an einem Integrationskurs teilnehmen, wenn Plätze frei sind. Außerdem gibt es für sie spezielle Kurse, die einfache Sprachkenntnisse und landeskundliches Wissen vermitteln. Die Bundesregierung hat die Mittel für Integrationskurse mehr als verdoppelt. Asylsuchende und Menschen mit einer sogenannten Duldung können auch einen berufsbezogenen Sprachkurs besuchen. Dafür müssen sie einen Berufs- oder Studienabschluss, ein Jobangebot und Grundkenntnisse in Deutsch nachweisen.

Mit dem neuen Integrationsgesetz wird es noch mehr Anreize für Integration geben. Eine Niederlassungserlaubnis, das unbefristete Aufenthaltsrecht, wird Asylberechtigten und anerkannten Flüchtlingen künftig grundsätzlich erst nach fünf Jahren Aufenthaltserlaubnis erteilt. Vorausgesetzt, sie erfüllen bestimmte Integrationsleistungen. Bei herausragender Integration wird es möglich sein, bereits nach drei Jahren eine Niederlassungserlaubnis zu erhalten. Herausragend integriert ist etwa, wer die deutsche Sprache beherrscht und seinen Lebensunterhalt überwiegend selbständig erarbeitet.

Die Bundesregierung hat zudem zahlreiche Integrationsprogramme gestartet: “Ankommer. Perspektive Deutschland” zum Beispiel fördert neue Ideen, um geflüchtete Menschen in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren. Junge Flüchtlinge erhalten über das Programm “Willkommen bei Freunden” besondere Unterstützung. Auch im Bereich Bildung und Kultur gibt es viele Angebote für Flüchtlinge.

Bei der Integration helfen viele Ehrenamtliche mit – ganz privat, in Bürgerinitiativen oder über die Kirchen und Hilfsorganisationen. Um ihre Arbeit zu unterstützen, hat die Bundesregierung 3,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Bundesinnenministerium unterstützt die Seite “Zusammen für Flüchtlinge”. Dort kann man für ehrenamtliche Projekte in der Flüchtlingshilfe spenden.

Wer in Deutschland bleiben kann, muss auch in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Bundesagentur für Arbeit will Flüchtlinge daher schnell in passende Sprachkurse und Arbeitsstellen vermitteln. Nachdem sich das Modellprojekt “Early Intervention” in neun Großstädten bewährt hatte, wurde die frühzeitige Vermittlung gesetzlich verankert. Jede Arbeitsagentur kann das Projekt jetzt selbstständig einführen.

Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive sollen leichter arbeiten können. Deshalb verzichtet die Arbeitsagentur künftig – abhängig von der regionalen Arbeitsmarktlage – für drei Jahre auf die sogenannte Vorrangprüfung. Die Ausbildungsförderung wird stärker für junge Flüchtlinge geöffnet und die bisherige Altersbegrenzung von 21 Jahren für den Beginn der Ausbildung aufgehoben. Auszubildende können für die gesamte Zeit ihrer Ausbildung in Deutschland bleiben. Das gibt ihnen und den Betrieben Rechtssicherheit.

Sogenannte Willkommenslotsen unterstützen kleine und mittlere Unternehmen, die Flüchtlinge ausbilden wollen. Außerdem gibt es viele zivilgesellschaftliche Projekte wie die App “Work for Refugees” des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin und der “Stiftung Zukunft”. Dort können sich Asylbewerber und Arbeitgeber in vier Sprachen melden. Interessierte Arbeitgeber können sich hier informieren, was bei der Ausbildung und Einstellung von Flüchtlingen zu beachten ist.

[rescue_box color="gray" text_align="left" width="100%" float="none"]Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)[/rescue_box]

 

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