Exkursion nach Ghana

Obstverkäuferin
Obstverkäuferin in Accra

 

Im Auftrag des SKM Viersen nahm der Ausreise- und Perspektivberater Augustin da Silveira an einer Exkursion nach Ghana teil.

Vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2019 reisten 16 Fachkräfte aus ganz Deutschland in die ghanaische Hauptstadt Accra. Die Exkursion wurde vom Integplan-Projekt (Integrierte Rückkehrplanung) in Kooperation mit der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Die GIZ hat einen Auftrag vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Rahmen des Programms „Perspektive Heimat“ bekommen, um Menschen bei ihrer Rückkehr und Reintegration zu unterstützen. Zurzeit profitieren elf Länder von dem Projekt. Eines davon ist Ghana (Westafrika). Dieses Jahr sind für das Projekt „Perspektive Heimat“ Ägypten und Pakistan in Planung. Andere Länder werden kontinuierlich ausgebaut.

Das Ziel der Exkursion war es zu erfahren:

  • wie gut die Reintegrationsprogramme vor Ort funktionieren
  • welche Maßnahmen für Rückkehrer aus Deutschland angeboten werden
  • welche beruflichen Möglichkeiten sie in ihrem Heimatland haben
  • ob sie überhaupt ohne Problem einreisen können

In Accra wurden Gespräche mit vielen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen geführt (u.a. Finanzamt, Krankenhaus, GIZ, Verein Sahara Hustlers Association…). Dabei haben wir viele Informationen erhalten und neue Ideen gesammelt, die sehr nützlich für die Beratung ghanaischer Klienten in Deutschland sind.

  • Beim Finanzamt hat der Direktor einige Geschäftstätigkeiten in Ghana genannt, so wurden uns Möglichkeiten aufgeführt, die wir den Ratsuchenden in der Beratung vorschlagen können.
  • In dem besuchten Krankenhaus in Accra hat ein Arzt das Gesundheitssystem in Ghana erläutert. So besteht z.B. über die staatliche Krankenversicherung für jeden Bürger die Möglichkeit sich mit einem kleinen Betrag in Höhe von umgerechnet ca. 1,40 € monatlich krankenversichern zu lassen. Viele potentielle Rückkehrer haben Angst bzgl. Fehlender medizinischer Versorgung in Ghana. Mit dieser Information können wir den ghanaischen Flüchtlingen ein Stück weit Sicherheit geben, welche eventuell zu der finalen Entscheidung zurückzukehren beiträgt.
Krankenhaus
Das besuchte Krankenhaus in Accra (Korle Bu Poliklinik)
  • Durch ihre eigenen Reintegrationsprojekte unterstützt die GIZ nicht nur die Rückkehrer aus Europa aber auch die Ghanaer, die keine Perspektive in Ghana haben
  • DerVerein Sahara Hustlers Association wurde von Rückkehrern gegründet. Sie sensibilisieren Jugendliche im ganzen Land nicht auszureisen und klären sie über die berufliche Perspektive in Ghana auf, die sie anstelle einer Ausreise wahrnehmen sollten.
  • Auf dem Markt haben wir Verkäufer und Verkäuferinnen getroffen und  diese nach ihrer beruflichen Situation befragt. So haben wir erfahren,  wie sie ihr Geschäft nach und nach aufgebaut haben, sodass wir Flüchtlingen, die an einer Rückkehr interessiert sind, Vorschläge machen können, wie sie sich eine neue Zukunft in ihrem Heimatland aufbauen können.
Eine Stoffverkäuferin auf dem Markt

Es wurden auch Rückkehrer zu Hause besucht.

Einer von ihnen hat finanzielle Unterstützung von der GIZ bekommen und arbeitet jetzt als Schmied.

Ein anderer Rückkehrer lebte bereits 14 Jahre in Deutschland und wurde im November 2018 abgeschoben. Dank der GIZ hat er eine Kneipe eröffnet. Dennoch möchte er irgendwann wieder zurück nach Deutschland kommen, da Deutschland für ihn sein zu Hause geworden ist.

Rückkehrer (in der Bildmitte) sowie Ausreise- und Perspektivberater

Für mich war die Exkursion in jeder Hinsicht erfolgreich. Durch die vielen interessanten Gespräche haben wir konkrete Informationen aus erster Hand bekommen, die für die Beratung ghanaischer Klienten in Deutschland sehr hilfreich sind. Besonders interessant war auch das Wiedersehen mit ehemaligen Klienten in ihrem Heimatland. Die Möglichkeit zu hören, was ihnen nach ihrer Rückkehr widerfahren ist und somit das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen, war sowohl beruflich als auch auf persönlicher Ebene eine gute Erfahrung.