Integration und praktische Naturschutzarbeit in Nettetal-Breyell

Benjeshecke
Gemeinsamer Bau einer Benjeshecke - Foto: © Karoline Cremer – AG Obstwiesenschutz des NABU Krefeld/Viersen

 

Eine integrative Naturschutzaktion fand am Samstag, den 24.04.2016 in Nettetal-Breyell statt. Die Arbeitsgemeinschaft Obstwiesenschutz des NABU Krefeld/Viersen hatte zum gemeinsamen Bau von Benjeshecken auf einer Streuobstwiese aufgerufen.

Im Winter 2015 konnte ein dringend notwendiger Pflegeschnitt der ca. 88 Obst- und Kastanienbäume durch Fördermittel finanziert werden. Bei der Maßnahme entstand reichlich Schnittgut, welches nun in das Gras einzuwachsen drohte. Mit vielen ehrenamtlichen Helfern konnte dieses Schnittmaterial zu mehreren Benjesheckenabschnitten zusammengetragen und verbaut werden. Die Totholzhecke dient als Nist- und Zufluchtstätte für Säugetiere und Vögel und außerdem als Lebensraum für Spinnen und einige Insekten wie z.B. Käfer, Wanzen und Wildbienen.

Unterstützung kam von acht ehrenamtlichen Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalitäten (Syrien, Eritrea, Afghanistan), die schon ein wenig Deutsch sprechen können. Dies wurde von Herrn Vögeding und Herrn Wiegers organisiert, die sich schon länger um Flüchtlinge aus Nettetal und Bracht kümmern. So wurden im März 2016 mit etwa zehn jungen Männern drei Natur- und Umwelterkundungen mit der Biologischen Station an den Krickenbecker Seen und in der Hinsbecker Heide durchgeführt. Im April 2016 konnten die jungen Männer dann bei einer Führung den Naturschutzhof in Nettetal kennenlernen. Das bei den Aktionen erlernte Vokabular wurde stets im Sprachunterricht vertieft.

Nun wurde diese Form der Integrationsarbeit mit einem größeren praktischen Einsatz im Natur- und Umweltschutz fortgeführt. Das Ziel ist es, die Teilnehmer an hiesige Institutionen und Vereine heranzuführen, ihnen den Niederrhein näher zu bringen und gleichzeitig praktische Erfahrungen, Sprachanlässe, Eindrücke und Anregungen zu vermitteln. Bei dieser Aktion konnten auch nicht ganz so gängige Wörter wie „Pferdeverbissschutz“, „Baumpfähle“ und „Astschere“ gelernt werden.
Sehr hilfreich war die großzügige Spende der Firma AGIS Industrie Service GmbH & Co. KG aus Viersen. Sie stellte die Arbeitskleidung für die Flüchtlinge zur Verfügung, die auch bei künftigen Aktionen genutzt werden kann.

In etwa drei Stunden gelang es, sämtliches Schnittgut zu vier Benjesheckenabschnitten zu verbauen. Die sich anschließende Stärkung mit eigenem NABU-Bio-Streuobstapfelsaft und Keksen war darum hochverdient. Von der Aktion profitierten alle Beteiligten, und es ergaben sich viele persönliche Kontakte durch die Arbeit für den Naturschutz. Alle Teilnehmer konnten sich vorstellen, an weiteren integrativen Naturschutzprojekten teilzunehmen.

Ein herzlicher Dank geht an alle Helfer für ihre tatkräftige Unterstützung.

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