ZONTA-Frühstück für Flüchtlingsfrauen

Bunte Frühstücksrunde
Bunte Frühstücksrunde. Foto: Ursula Klemm

 

Frauenthemen stehen im Fokus der gemeinnützigen Aktivitäten des ZONTA CLUB Viersen. Deshalb hat der Service-Club engagierter berufstätiger Frauen im Frühling 2015 beschlossen, in Viersen lebende Flüchtlinge zu unterstützen und dabei sein Augenmerk besonders auf die Situation der betroffenen Frauen zu richten.

Neben den allgemeinen Fluchtgründen wie Verfolgung aus politischen, ethnischen, sozialen und religiösen Gründen, die für Frauen und Männer gleichermaßen gelten, flüchten Frauen wegen weiterer spezifischer Gewalterfahrungen:
• Vergewaltigung durch staatliche Amtsträger
• Massenvergewaltigungen als Mittel der Kriegsführung in ethnischen Konflikten
• Verfolgung wegen Verstoßes gegen „kulturelle Normen“, z.B. Kleiderregeln
• Genitalverstümmelung
• Zwangsverheiratung
• Zwangsprostitution

Vor diesem Hintergrund hat der ZONTA CLUB Viersen eine Initiative ins Leben gerufen: „Zontafrauen für Flüchtlingsfrauen“. Mit dem Anspruch, in Viersen so etwas wie ein Willkommenskultur für Flüchtlinge zu etablieren und dabei vor allem auf Frauen zuzugehen, bietet der Club mit logistischer Unterstützung des Katholischen Vereins für soziale Dienste in der Region Kempen-Viersen e.V. (SKM) und der Gemeinde St. Marien Viersen-Hamm in der Pfarre St. Remigius nun seit über einem Jahr jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat ein Frühstück im Pfarrheim St. Marien in Hamm an: Reden, Essen, Kaffee oder Tee trinken, mehr voneinander erfahren – und en passant ein wenig Deutschunterricht. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger!

Der Auftakt am 18. Juni 2015 war herzerwärmend – hoffentlich für beide Seiten. Etwa 15 Frauen aus den umliegenden Flüchtlingsunterkünften fanden, zum Teil mit ihren Kindern, den Weg ins Pfarrheim – Albanierinnen, Serbinnen, Perserinnen, Frauen aus Eritrea, Tschetschenien, Mazedonien und Syrien. „Nicht gerade mit Händen UND Füßen,“ so Claudia Holthausen, verantwortlich für die Pressearbeit des Clubs, „aber jedenfalls mit vielen Gesten und mit Hilfe des Malzeugs für die Kinder klappte sogar die Verständigung.“

Inzwischen ist das Frühstück sowohl für Zontians als auch Flüchtlingsfrauen zur lieben Gewohnheit geworden. Es gibt einen harten Kern von Teilnehmerinnen, die Kommunikation klappt besser und besser, es gibt die eine oder andere recht persönliche Begegnung. Naturgemäß kommt immer mal wieder die eine oder andere dazu – und mitunter muss man auch Abschied nehmen.

Derzeit überlegen wir im ZONTA CLUB Viersen, wie sich das Projekt weiterentwickeln und mittelfristig finanziell und organisatorisch stemmen lässt, denn Nachhaltigkeit, so die Überzeugung der Initiatorinnen, ist das oberste Gebot derartiger Initiativen.

Global denken, lokal handeln – getreu diesem Motto gründeten engagierte Frauen im Jahr 1979 den ZONTA CLUB Viersen als Teil der internationalen Organisation. Dem Club gehören 34 Frauen aus den unterschiedlichsten Berufen an. Im Zentrum des offiziellen Clublebens steht ein monatliches Treffen. Zu den weiteren Aktivitäten zählen Informationsveranstaltungen, Bazare, Preisverleihungen, kulturelle Benefizveranstaltungen und vieles mehr. Seit 1979 hat der ZONTA CLUB Viersen neben seiner internationalen Arbeit viele soziale Projekte in Viersen und in der Region mit inzwischen rund 160.000 Euro unterstützt. Sein besonderes Augenmerk richtet der Serviceclub auf die Lebenssituation von Frauen und Kindern. Er hilft bereits laufenden Initiativen oder stößt neue Projekte an. Möglich wird all das durch Spenden und Erlöse der zahlreichen Aktionen.

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